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1994 vererbten die Geschwister Krieg, Schillerstraße 73,
Eningen, ihre Villa in der Schillerstraße 73 in Eningen der NPD/JN.
Die genaueren Hintergründe können nachgelesen werden unter
http://members.aol.com/eningen/eningen.html#Rechts
Die örtlichen Kirchengemeinden verfasste folgendes öffentliches Wort:
Für Menschenwürde und ein friedliches Miteinander
Ein Wort der Kirchengemeinden an die Eninger Bürgerschaft
Mit großer Sorge betrachten wir die Bestrebungen der NPD, in Eningen ein
Schulungs- oder Begegnungszentrum einzurichten. Die dadurch mögliche
Verbreitung von nationalistischem und fremdenfeindlichem Gedankengut steht
zutiefst im Widerspruch zu biblischen und christlichen Werten wie
Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit.
Wir glauben: Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes, von ihm geschaffen als sein
Ebenbild. Diese Würde gilt für alle Menschen ohne Unterschied. Andere
Menschen aufgrund ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrer Sprache und
ihres sozialen Standes geringer zu achten, verbietet sich daher. Auch
Gruppen, die in unserer Gesellschaft als weniger leistungsfähig gelten, wie
behinderte, kranke oder alte Menschen, sind gleich zu achten und dürfen
nicht Opfer einer Ideologie der Stärke werden.
Wir glauben: Als Christen in unserem Land stehen wir in besonderer
Verantwortung für Menschen jüdischen Glaubens innerhalb und außerhalb
unserer Grenzen. Wir wehren uns entschieden gegen jede Form der
Verunglimpfung ihrer Religion und ihrer Geschichte.
Wir glauben: Das Gebot der Nächstenliebe "... du sollst deinen Nächsten
lieben wie dich selbst" gilt unverändert. Dieser Nächste ist nicht
auszusuchen nach Gefallen von Gefallen von Rasse, Religion und Herkunft. Bei
allem eigenen Versagen gegenüber diesem Gebot sind wir doch aufgerufen, ihm
in unserer Zeit und in unserer Gesellschaft Geltung zu verschaffen gegen die
Verbreitung von fremdenfeindlichem und rassistischem Gedankengut.
Wir glauben: In unserem Reden und Handeln haben wir gleichermaßen engagiert
und friedlich zu zeigen, dass Hass und Menschenverachtung unter uns keinen
Platz haben.
Unser Dank gilt allen, die sich schon bisher in diesem Sinn eingesetzt
haben. Unsere Bitte geht an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich in Wort
und Tat für eine menschenfreundliche Gemeinschaft einzusetzen!
Evangelische Kirchengemeinde Eningen
Katholische Kirchengemeinde Zu Unserer Lieben Frau
Evangelisch-Methodistische Kirche Eningen
Frühjahr 1995
Ökumene-Ausschuss der Eninger Kirchengemeinden 27. Januar
1997
Gegen ein Nazi-Zentrum
Mit Bestürzung sehen wir das Scheitern der Versuche, ein Schulungs- oder
Begegnungszentrum der NPD und deren Jugendorganisation in Eningen zu
verhindern. Wir befürchten, dass von hier aus nationalistisches,
rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut verbreitet wird. Dies steht
im Widerspruch zu den grundlegenden biblischen Geboten der Nächstenliebe,
Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit.
Christlicher Glaube verbietet jede Geringschätzung von Menschen anderer
Herkunft, anderen Glaubens, anderer Nationalität ebenso wie eine Ideologie
der Stärke, die sozial Schwache und weniger Leistungsfähige zu Opfern macht.
Gerade weil uns Christen schmerzlich bewusst ist, dass auch wir gegenüber
dem Gebot der Nächstenliebe versagen konnten und können, sehen wir uns in
der Verantwortung, zu widersprechen, wenn Menschen entwürdigt, verachtet und
verfolgt werden. Das gilt insbesondere für Menschen jüdischen Glaubens.
Wir sind allen dankbar, die sich in diesem Sinne engagiert haben und
engagieren. Eine Form dieses Engagements besteht in der Teilnahme an der
friedlichen Demonstration am Samstag, 1.Febr. 1995, 14.30 Uhr (Treffpunkt:
WaGo-Parkplatz). Dazu laden wir nachdrücklich ein.
Der Ökumene-Ausschuss der Eninger Kirchengemeinden
2001 konnte das Haus von der Gemeinde Eningen aufgekauft
werden. Damit haben die Aktivitäten der NPD in Eningen aufgehört.
Gleichwohl ist allen bewusst: Wir wollen keine Nazis, weder hier noch
anderswo. |

Anti-Nazi-Demonstration vor der "Villa" |