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Schabbat Ein jüdischer Gottesdienst in christlichen Klostermauern – das ist in Denkendorf kein Problem. Streng gläubige Juden feiern dort regelmäßig den Kabalat-Schabbat nach den orthodoxen Regeln. Ein Artikel in „Heimat und Welt, Beilage zum Reutlinger Generalanzeiger, Nr. 45/00“ von Ulrike Rapp-Hirrlinger Freitagabend. Die streng orthodoxen Juden - zwölf Männer und neun Frauen - machen sich daran, Kabalat-Schabbat zu zelebrieren, den Gottesdienst zum Schabbat-Empfang. Männer in weißen Hemden und mit der traditionellen Kipa, dem kleinen runden Käppchen auf dem Hinterkopf, kommen vom Kreuzgarten des Klosters Denkendorf langsam in den Speisesaal. Jüdischer Schabbat in christlichen Klostermauern - das ist im Kloster Denkendorf, heute eine Fortbildungsstätte der evangelischen Landeskirche, kein Problem. Man pflegt seit Jahrzehnten den Dialog zwischen Christen und Juden. Regelmäßig kommen Tora-Lehrer aus Israel nach Denkendorf. Wie in ihrer Heimat feiern sie auch hier ihren Gottesdienst. Im Speisesaal sind die Tische festlich gedeckt, nach dem Gottesdienst wird gemeinsam gegessen. Teller mit Teelichtern stehen bereit. „Jede Hausfrau entzündet vor Beginn des Schabbat zwei Kerzen, manchmal auch eine zusätzlich für jedes Kind, das sie geboren hat“, erläutert Schimon Bar-Chama, Tora-Lehrer aus einem Vorort von Haifa. „Die Kerzen bedeuten Licht, Freude, Fröhlichkeit.
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Ein weiterer Psalm wird gesprochen. Dann erklingt die Begrüßungshymne zu Ehren der „Braut Schabbat“, die vom Bräutigam, dem Volk Israel, erwartet wird: „Auf, mein Freund, der Braut entgegen, Königin Schabbat wollen wir empfangen!“ klingt es fröhlich und vielstimmig. Bei diesen Worten wenden sich alle nach Westen und neigen gemessen die Köpfe, um symbolisch den Schabbat zu begrüßen. „In den alten Synagogen war die Eingangstür immer im Westen“, erläutert Bar-Chama diesen Brauch. „Sonst richten wir uns im Gebet immer nach Osten. Das Abendgebet beginnt mit zwei Segenssprüchen – „über die Wendung vom Tag zur Nacht und über die Tora und die Gebote, die Gott den Menschen gab“. Drei ausgewählte Abschnitte aus den fünf Büchern Mose verdeutlichen, „was Gott von uns verlangt hat“. Auch um den Schutz in der Nacht wird gebetet, denn „die Nacht ist die Zeit, in der die Probleme aufsteigen. Darum bitten wir um den richtigen Ratschluss“. Nach weiteren Bitten und Dankgebeten und einem letzten Lied legt der Vorbeter den Tallit ab, der Schabbat-Empfang ist zu Ende. „Schabbat Schalom“ wünschen sich alle wieder Frieden. Der Schabbat als Ruhetag werde bei strenggläubigen Juden sehr ernst
genommen, betont der ToraLehrer. Jegliche Arbeit ist verboten. Radio,
Fernseher, Auto und Waschmaschine bleiben unbenutzt, und mehr als einen
Kilometer soll man sich nicht vom Haus entfernen. Selbst das Licht schalten
Strenggläubige vor Schabbat ein oder regeln es per Zeitschaltuhr. Weil auch
nicht gekocht werden soll, werden Gerichte in speziellen Gefäßen warm
gehalten. „Der Schabbat ist auch Ruhetag für die Frau“, sagt Bar-Chama.
Ulrike Rapp-Hirrlinger |
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| Stand 22.07.2005 | |||