Toralernwoche 2005

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Im Juli 2005 fand in Zusammenarbeit mit der württembergischen Arbeitsgruppe "Wege zum Verständnis des Judentums" eine sogenannte Toralernwoche in Eningen statt. Diese Lernwochen finden alle drei Jahre in etwa 20-25 Kirchengemeinden mit jüdischen Lehrern aus Israel statt. Ziel ist, dass Christen und Juden gemeinsam auf das Wort der Heiligen Schrift lernen. Die Tora ist für alle Gottes Wort.
Nach Eningen kam Rabbiner Balog von der Israelitischen Kultusgemeinde Stuttgart. An den fünf Abenden ging es um Geschichten aus der Genesis "Die Menschheit nach dem Paradies".

Ohne Zweifel war uns als Christen die Perspektive der Auslegung fremd:
- Dass Mose am Sinai die schriftliche und mündliche Überlieferung erhalten hat, und dass (nur) die rabbinische Tradition sie in rechter Weise bewahrt hat,
- Dass die Erdgeschichte nur 5765 Jahre alt ist und die ersten Menschen wirklich Jahrhunderte alt wurden
- Dass über die Namensbedeutung sich das Wesentliche einer Geschichte erschließen lässt
- Dass Genealogie durchaus spannend sein kann, wenn man die inneren Zusammenhänge versteht,
- Dass durch die sieben noachitischen Gebote und die profetische Überlieferung auch die Christen ihren Platz und ihre Hoffnung haben.

Das Erstaunliche war, dass die Gruppe sich auf die Methodik einließ, die ohne Zweifel auch gute Ergebnisse zeitigte. "Der Text legt sich selber aus."
Allerdings zeigten sich auch unsere Grenzen:
Wie verhalten sich die Ergebnisse der Archäologie, Geografie und Kulturwissenschaften zu den Texten der Urgeschichte?
Rabbiner Balog zitierte seinen Lehrer aus Israel: "I don't care about reality."
Aber diese Sicht der Welt wollten die Wenigsten teilen.

Viele Fragen blieben offen, vor allem, weil nicht gleich christliche, neutestamentliche Fragestellungen parallelisiert und eingebracht werden konnten.
In einer zusätzlichen Auswertungsrunde wurden weitere Schritte vereinbart:
Der Besuch eines Schabbatgottesdienstes mit vorausgehender Einführung in das jüdische Beten.
Vorträge über den jüdischen Festkalender und Einzelthemen wie Versöhnung und Gerechtigkeit.

Die Toralernwoche war durchaus gelungen, was die Unbefangenheit und Fröhlichkeit  der Lernatmosphäre anging. Zur gleichzeitigen Diskussion christlicher Sichtweisen ist es aber noch ein weiter Weg. Die ersten Schritte sind getan!

Günther Kempka

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Stand 22.07.2005