Kinder malen Kirche 1

Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.
Home
Nach oben
Persönliches
Kirchengemeinde
Sitemap - Uebersicht
Aus Anlass des 75jährigen Bestehens der Andreaskirche in Eningen im Jahr 2005 wurde in Zusammenarbeit mit den ReligionslehrerInnen der Achalmschule Eningen eine Ausstellung initiiert. Das Thema lautete:
"Kinder malen Kirche". Woran denken unsere Kinder, wenn sie "Kirche" hören? Es zeigte sich, dass ein großer Teil der Kinder die Kirche von außen oder innen malte. Vor allem einzelne Gegenstände zeigten besonderes Interesse, wie das expressionistische Glasfenster oder das mittelalterliche Kruzifix.
Andere malten einen Gottesdienst, z.B. eine Taufe, eine Trauung oder eine Beerdigung. Wieder andere dachten an den Religionsunterricht und malten eine biblische Geschichte.
Interessant für uns war, dass die Wahrnehmung von Kirche in Gestalt der Diakonie bis auf zwei Bilder fehlte. Ein Kind hat neben dem Kirchengebäude die "Vesperkirche" gemalt. Ein anderes malte das Bild, wo zwei Hände ein Stück Brot teilen.

Etwa 40 % der Kinder malten das Kirchengebäude von außen, das in Eningen eine dominierende Rolle innehat. Der Turm steht abseits. Zwischen Turm und Kirchenschiff ist ein kleiner Zwischenbau. Zur Straße hin wird das Gelände von einer Stützmauer umfasst. Dieser Drittklässler ist auf gutem Weg zum perspektivischen Zeichnen, indem er für den Turm korrekterweise eine andere Perspektive nimmt als für das Kirchenschiff.
Um das faszinierende Fenster gebührend zu würdigen, wird es kurzerhand von der Ostseite auf die Süd-Fassade verlegt.

 

Im Ostchor der Kirche befindet sich ein expressionistisches Glasfenster, das Kinder aller Altersstufen herausgefordert hat. Manche begnügten sich mit dem Fenster an sich, andere zeichneten das mittelalterliche Kreuz hinein.
Ältere beobachteten, dass über dem Kreuz ein Kelch zu sehen ist.

Immer wieder fertigten die Kinder "Summarien"-Bilder an. Gegenstände aus der Kirche wurden auf einem Blatt arrangiert: Der Altar mit Bibel und Kerzen, das Fenster, hier getrennt vom Kreuz, das Kruzifix mit einem lächelnden Christus, der Taufstein und die Osterkerze, die Gemeinde auf den Bänken von hinten.
Einzigartig ist die Leiter, die zwischen den Sprossen wieder Gegenstände enthält, wie den Kelch oder eine Kerze. Vermutlich spielt hier die katholische Darstellung der Passion eine Rolle, wo die Leiter mit den Marterwerkzeugen fester Bestandteil ist.

 
Das Kruzifix wurde häufiger von Jungen gemalt. Ich hatte den Eindruck, dass in den Bildern, wo Ströme von Blut fließen, Phantasien und Erfahrungen (Filme) verarbeitet wurden.
Typisch für Eninger Verhältnisse ist das Kreuz in T-Form. Historisch unkorrekt ist das Schild mit INRI unter den Füßen und nicht über dem Kopf angebracht.
Ein andere "Blutszene" war der Kindermord von Bethlehem.
Im Treppenaufgang sind Gedenktafeln für Gefallene und Vermisste des 2. Weltkrieges angebracht. Das Motiv, wo ein Dolch dargestellt wurde, wurde wiederholt gezeichnet.
 
Interreligiöse Einflüsse spiegeln sich in diesem Gebäude wieder, wo das Kirchengebäude mit dem Turm einer Moschee verbunden wird. Oben im Turm ist deutlich der Muezzim zu erkennen.
Ein anderes Kind malte den Pfarrer in seinem Talar neben dem Altar. Der Altar trägt ein Parament mit den islamischen Symbolen des Halbmondes und Sterns.
Die katholisch-evangelische Ökumene kam auf wenigen Bildern in der Form zum Ausdruck, dass z.B. der Turm oder der Altar (!) der katholischen Ortskirche gemalt wurde.

Unsere beiden Kinderkirchen haben das Thema in besonderer Weise aufgenommen. Die Kinderkirche vom Johanneshaus gestaltete "Kirche im Schuhkarton", wo alle wesentlichen Elemente einer evangelischen Kirche eingebaut wurden. In einer Fotoscession stellten die Kinder ein Kirchengebäude dar.

Christl-jüd. Gespräch Globalisierung Buß- und Bettag Bibel-Auslegung Kinderkirche Engel-Ausstellung Kinder malen Kirche 1
Stand 22.07.2005