Engel-Ausstellung

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Bericht von der Internationalen Engelausstellung in Eningen
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Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden!

Im November 2003 wurde in der evang. Andreaskirche Eningen die internationale Engelausstellung des Gustav - Adolf - Werkes (Stuttgart) gezeigt.
Die Bilder stammen aus dieser Ausstellung, die bisher 17 Mal an verschiedenen Orten präsentiert wurde.
Die Idee für die Ausstellung stammt von der tschechischen Pfarrerin Ivana Dvorakova aus Prelouc. Sie gehört zur evangelischen hussitischen Kirche in Tschechien.
Die Pfarrerin hatte 2001 die Idee, ihre grau gewordene Kirche durch die Engelbilder zu verschönern. So rief sie die Kinder des Ortes und des Partnerwerkes in Deutschland auf, sich an einer solchen Ausstellung zu beteiligen.
Da diese Art der Zusammenstellung bisher einmalig war, wurde sie mit einem Zertifikat für das Guiness - Buch der Rekorde ausgezeichnet.


Ausstellung in der Andreaskirche

Insgesamt wurden etwa 450 Bilder von Kindern und Jugendlichen ausgestellt.
Dazu kamen noch 50 Bilder von Kindern aus Eningen. Nur wenige Bilder stammten von Erwachsenen.
Der Begriff "Engel" kommt aus dem griechischen "angelos" und heißt einfach übersetzt "Bote".
In vielen Religionen gibt es solche Engelgestalten.
Engel sind nicht typisch christlich oder jüdisch.
Im Islam z.B. wird im Koran beschrieben, wie der Engel Gabriel dem Profeten Mohammed den Koran diktiert.
Im alten Ägypten gehörten geflügelte Wesen zur Alltagskultur.

Der Engel Gabriel offenbart
Mohammed den Koran
Was ist das Typische für einen Engel?
Nach christlicher Auffassung haben Engel zwei Aufgaben.
1. Die eine ist, dass er das Lob Gottes vermehrt.
Bildlich wird dieser Typ von Engel mit einem Musikinstrument dargestellt.
In der Kunstgeschichte sind es zumeist Harfen oder Lauten, Posaunen oder Flöten.
Die Kinder wählten durchweg Flöten, wohl in Erinnerung daran, dass sie selber Blockflöte gelernt haben und damit manche Freude bereiten konnten.
Es gab auch wenige Bilder von Erwachsenen mit Posaunen oder Trompeten. Diese Instrumente spielen in der Offenbarung des Johannes eine Rolle. Dort ist von Engel die Rede, die die Posaune blasen und damit ein Unglück oder eine Katastrophe einleiten.

Bemerkenswert waren die Ausführungen eines 10jährigen Jungen.
Er malte zwei Bilder untereinander.
Oben war ein Engel alten Typs dargestellt, mit Harfe und Geigenbogen.
Darunter malte er einen modernen Engel. Dieser hat eine E-Gitarre in seiner Hand. Ein Verstärker steht auf dem Boden. Voller Selbstbewusstsein identifizierte sich der Junge mit dem Engel, indem er den Engel in einer Sprechblase "Ich" sagen lässt.

2. Die zweite Aufgabe der Engel ist es, den Menschen als Helfer, als Boten Gottes, zur Seite zu stehen. Volkstümlich ist daraus der "Schutzengel" geworden.


"Moderner Engel"
 

Eine tschechische Malerin hat den Schutzengel über den Fernsehturm ihres Ortes gemalt. (links)

Ein Junge stellte sich die himmlische Welt so realistisch vor, wie er es aus vielleicht aus Filmen kannte. Links oben ist die Stadt. Um sie herum patroulliert ein (Raum-)Schiff der himmlischen Heerscharen. Am Steuer sitzt ein Engel mit Flügel, der Kapitän ist wohl Jesus mit Kreuz, der die Kommandos gibt. (rechts)
 

Originell ist dieses zweiteilige Schutzengelbild. Ein Engel fasst ein Kind an den Schopf, um es davor zu schützen, dass es über einen Stein stolpert. Beide Bilder gehören zusammen und zeigen die Kreativität der Kinder im Umgang mit Materialien.
Der Engel ist wie ein Vogel gemalt, der bäuchlings am Himmel fliegt und Ausschau hält. Das Kind selber trägt seinen Schulranzen auf dem Rücken.
Gibt es eine schönere Illustration für den Psalmvers:
Denn ER hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Reizend ist die Darstellung eines Schutzengels mit übergroßen Händen. Die Hände dienen gleichzeitig als Flügel und als Schutz.
Brauchen Engel Flügel?
Für Jüngere ist die Frage nicht ausgemacht. Es gibt Darstellungen, wo Engel nur Flügel, aber keine Hände, und wo Engel nur Hände, aber keine Flügel haben.
Für die meisten Kinder ist es aber selbstverständlich, dass Engel keine Füße brauchen.
Sie schweben über dem Boden. Sie bewegen sich mit Flügel fort.
 


Engel sind freundliche Wesen.
Sie werden fast immer lachend dargestellt.

Nicht alle Kinder lassen sich begeistern, ihren Engel zu malen. Manche finden es einfach blöd und protestieren.
Dann mutieren die Engel schnell zu "Protestengeln". Mit einem schwarzen Heiligenschein, einem Dreizack und einem Verteidigungsschild will dieser Engel, den Betrachter "erschüttern". Die ausgestreckte Zunge tut das ihrige.
Auf der anderen Seite muss man anerkennen, wie hingebungsvoll das Gewand des Engels mit vielen Farbstreifen gemalt wurde.

 


Ziemlich abgedreht und protestierend zeigt sich ein anderer Protestengel. Dem Betrachter steckt er eine lange Nase zu. Die Fingernägel sind schmutzig - und er raucht! Die Augen spotten aller Schönheit. Sie sind verdreht - und Flügel braucht der Kerle auch nicht. Ätsch!

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Stand 22.07.2005