Pfingstsonntag, 19.
Mai 2002Großes Warten zu
Hause, warten auf Nachrichten.
Wann geht's los? Wie gelingt's
Morgens gegen 11:00 Uhr kam der 1. Anruf von Pfr. Günther Kempka, der frühmorgens
schon am Bahnhof und auf dem Flughafen Echterdingen gewesen ist: „Es sieht
schlecht aus. Heute bekommen wir keinen Zug, morgen auch nicht. Es gibt auch
keinen Flug an Pfingsten. Das Reisebüro wird sich weiter bemühen. Du hörst
wieder von mir.“
Ich muss gestehen, ich war sehr ruhig in dieser Sache; hatte allerdings auch
nicht die Verantwortung.
Am späten Nachmittag kam der 2. Anruf.
Meine Frage: „Wie geht's? Klappt etwas?“
Antwort von Günther Kempka: „Pilgerst Du mit nach Rom? Es wird nicht ganz so
bequem werden.“
„O ja“, so meine Antwort, „mein Koffer ist gepackt. Ich bin bereit.“
„Gut, dann treffen wir uns morgen, Pfingstmontag, früh um 6:00 Uhr an der Andreaskirche.
Dort wird ein Bus bereit stehen. So gegen 21:00 Uhr können wir wohl in Rom
sein.“
In Mir steigt Freude hoch. Zeitig begebe ich mich zur Ruhe.
Wir starten pünktlich zu unserer Pilgerfahrt nach Rom.
Ach, es ist so schön, die Lieben alle wieder zu sehen.
Nach froher Begrüßung steigen wir alle ein. Zwei Fahrer aus Buttenhausen
erwarten uns. Die Fahrt geht über die Alb: St. Johann, Münsingen, Auingen,
Magolsheim, Merklingen, zur Autobahn nach München. Rapsfelder grüßen. Sie
leuchten durch den Nebel.
Wir gelangen schließlich nach Innsbruck, fahren auf der Brenner Autobahn gen
Süden.
Nun hält Pfarrer Kempka mit uns die erste Andacht
(mit Römer 1).
„Ich, Paulus, grüße euch, von Gott geliebte Heilige alle in Rom. Ja, ich
bete für euch.“
Paulus will die gute Nachricht überbringen. „Ich bin allen verpflichtet“,
sagt er, „den Gebildeten und den Unwissenden, den Griechen und
Nichtgriechen.“ Paulus also ein Zeuge Jesu Christi. Nach seinen eigenen
Worten: „
Darum, so viel an mir liegt, bin ich willens, euch auch in Rom das
Evangelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es
ist ein Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“ (Römer 1,
15-16)
Pfarrer Kempka schließt mit den Worten: „Wollen wir in Ehrfurcht den Boden
Roms betreten.“
Inzwischen kamen wir an Bozen vorbei und am Gardasee (man sah ihn nicht).
Weiter ging's Richtung Verona, Mantua. Herrliche Mohnfelder, glühendrot und
blühender Ginster leuchtend gelb.
Weiter ging's Richtung Bologna. Man sah Florenz liegen. Es ging durch die
Toscana. Typisch: die Zypressen. Ein Regenbogen leuchtete herüber, bevor wir
Umbrien durchfuhren. Weitere Stationen: Orvieto, Lazia, Civita Castelliana
(befestigte Stadt).
Wir nähern uns Rom gegen 18:50 Uhr. Ein Erlaubnisschein zur Einfahrt nach
Rom muss besorgt werden. Der Leiter des italienischen Reisebüros erwartet
uns schon.
Ankunft im Quartier, einem sehr schönen, neuen Pilgerhaus (Nähe Universität
und Klinikum). Es ist 20:15 Uhr. Wir sind alle froh.
Sigrid Schanbacher