- Auszüge -
Juli 2002
Liebe Eninger Gemeindeglieder
Welches ist das
schönste Laub? Das war eine beliebte Scherzfrage bei unseren Kindern. Und
die Antwort lautete: Der Urlaub. Dieses schönste Laub des Jahres steht nun
wieder bevor.
Viele Erwartungen knüpfen sich an den Urlaub. Endlich einmal frei sein von
allen Pflichten, die Hektik und den Stress des Alltags hinter sich lassen,
aufatmen können, neue Kräfte sammeln, um dann wieder mit neuem Mut
zurückzukehren in den Alltag.
Nun ist Gelegenheit, endlich einmal das Buch zu lesen, das man schon lange
lesen wollte, oder sich im Wasser zu tummeln, oder zu wandern und Bergtouren
zu machen. Man hat Zeit für seine Familie und seine Freunde. Man lernt Neues
kennen.
Ein Problem unserer Zeit ist allerdings, dass oft der Urlaub wieder in einen
Stress ausartet. Man will immer noch mehr erleben und mitnehmen. Man kommt
erst nicht zur Ruhe. Man zerstreut sich in tausend Aktivitäten und wird auch
im Urlaub zum Dauerkonsumenten. Das Freizeitangebot verführt einen ja auch
dazu.
Ob wir in der Lage sind, auch einmal ganz zwecklos etwas auf
uns wirken zu lassen? Eine Landschaft, eine Blume, den Abendhimmel, die
Sterne, ein Kunstwerk? Ob wir auch offen sind für unerwartete Begegnungen?
Ob wir dafür offen sind, dass uns auch Gott ganz neu begegnen könnte in
dieser Zeit? Immerhin, die Gottesdienste an den Urlaubsorten sind in der
Regel gut besucht. Das zeigt, dass hier ein echtes Bedürfnis vorliegt.
Im Grunde ist es gerade der
Sinn des Ruhetags im alten Israel oder nun auch unseres christlichen
Sonntags, eben dieses zu ermöglichen. Nicht wir stürzen uns in allerlei
Aktivitäten, sondern die Dinge dürfen zu uns sprechen und mitten drin ist es
Gott selbst, der zu uns sprechen will. Und so stürzen wir uns nicht nur in
die Zerstreuung, um nachher im alten Geleise weiterzumachen, sondern davon
geht auch eine Veränderung aus, so dass wir als veränderte Menschen in den
Alltag zurückkehren. Und vielleicht entdecken wir dann auch den Sinn des
Sonntags ganz neu. Auf jeden Fall wünscht Ihnen Ihre Kirchengemeinde eine
erholsame Urlaubszeit, bei der Sie neue Kräfte tanken können und die
Begegnung mit dem, was auch den Alltag verändern und unter ein neues
Vorzeichen stellen kann,
Pfarrer i. R. Helmut Elsäßer

Hauptamtliche gehen - oder auch nicht!
Ende August d. J. endet die befristete Anstellung von
Oliver Pum. Seine Verabschiedung ist am Samstag, 13. September ’02 um 19
Uhr in der Martinskirche in Pfullingen. Er war gut 1½ Jahre lang als
Bezirksjugendreferent in Eningen (20 %) und Pfullingen (80 %) aktiv gewesen.
Beide Kirchengemeinden haben einen Anteil dieser Stelle selbst finanziert,
wobei Eningen seinen Anteil fast vollständig über Spenden abdecken konnte.
Deshalb hier nochmals vielen Dank an alle Unterstützerinnen und
Unterstützer! Auch wenn O. Pum zeitlich begrenzt für Eningen tätig war (im
Schnitt 8 Stunden in der Woche), so hat er sich doch als ganzer Mensch mit
großem, „ungeteiltem“ Engagement in unserer Gemeinde eingebracht.
Oliver Pum konnte nicht nur
einige Löcher stopfen, die durch die 1‑jährige Vakanz der für die
Jugendarbeit zuständigen Pfarrstelle entstanden sind, sondern der
evangelischen Jugendarbeit in Eningen (trotz der begrenzten zeitlichen
Möglichkeiten) wichtige Impulse geben. So konnten bspw. die Angebote des
Konfi-Teams durch seine Unterstützung und Vorbereitung auf alle drei
Konfirmandengruppen ausgeweitet werden. Er hat die oft noch jungen
MitarbeiterInnen inhaltlich sowie geistlich begleitet und wurde so
besonders für jugendliche MitarbeiterInnen zu einem wichtigen
Ansprechpartner. Durch Stellenkürzungen und Umorganisationen im
Bezirksjugendwerk werden wir im Anschluss keinen direkten Nachfolger für
Oliver Pum bekommen. Allerdings gibt es Hinweise, die uns für eine
Übergangszeit eine Unterstützung durch den Bezirk signalisieren, bis dann -
in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft - wieder ein Hauptamtlicher in
Eningen tätig werden kann. Damit die jetzt entstandenen Pflänzchen
irgendwann selbständig und tragfähig werden können. O. Pum selbst wird ein
Sozialpädagogik-Studium in Stuttgart in Verbindung mit einer Praxisstelle
beim CVJM in Tübingen beginnen. Aber zum Glück behält er seine Wohnung in
Eningen - er geht uns folglich nicht ganz „verloren“. Bernd Friemelt-Moll

Visitation - oder: Was ist los in
Eningen?
Im
November kommen Dekan Dr. Mohr und sein Team nach Eningen, um in der
Kirchengemeinde nach dem Rechten zu schauen. In der Kirchengemeinde-Ordnung
ist vorgesehen, dass etwa alle 10 Jahre eine große „Inspektion“
durchgeführt wird. Vor wenigen Wochen war Pfullingen dran, jetzt sind wir an
der Reihe.
Die Pfarrer (und Mitarbeiter) schreiben einen Bericht über die
Gemeindeverhältnisse. Der Dekan und sein Team besuchen die Mitarbeiter der
verschiedenen Gemeindebereiche. Die Pfarrer werden „abgehört“, im
Gottesdienst, im Religions- und Konfirmandenunterricht. Der Schuldekan,
Ulrich Ruck, visitiert den Schulunterricht. Mit dem Kirchengemeinderat
werden Ziele für die kommenden Jahre festgelegt.
Das Ziel einer Visitation ist, die Gemeinde zu ermuntern, ihrem Auftrag treu
zu bleiben. Es wird untersucht, wo Stärken und Schwächen liegen – und wo
geholfen werden kann. Wir begrüßen den Dekan und sein Team.
Günther Kempka

Neubeginn im Pfarramt
West
Interview mit Pfarrer Stephan
Glaser
Herr Pfarrer Glaser wird am
1. September in der Pfarrstelle Eningen u.A. West seinen Dienst beginnen.
Pfarrer Glaser ist 35 Jahre alt, verheiratet mit Jutta Hauser-Glaser. Seine
Frau ist Referendarin mit dem 2. Staatsexamen.
Dazu gehören zwei Kinder: Anne, 5 Jahre, und Lennart, 2 Jahre. Bisher wohnen
sie in Pfrondorf bei Tübingen. Es geht darum, wo
sie ihre nächste Stelle im Raum Reutlingen antreten wird.
S.Sch: Herr Glaser, ich freute mich, als Sie mir am Telefon verrieten, dass
sie sich auf ihre neue Pfarrstelle in Eningen freuen. Das ist eine gute
Voraussetzung, und wir als Kirchengemeinde heißen Sie herzlich willkommen.
Glaser: Unser Interesse für Eningen hat mehrere Gründe: - Die 50%-Stelle
passt genau für uns. Meine Frau ist gerade in Reutlingen beschäftigt, und
wir wollen das miteinander verbinden. - Die Gegend finden wir sehr schön. -
Unsere Kinder können hier in Eningen gut aufwachsen. Ich habe mich neulich
mit Pfarrer Kempka und Pfr. Rapp zusammengesetzt. Von Gruppen und Kreisen berichteten sie mir. Schön, wenn wir so miteinander Verschiedenes
anpacken und erleben können. Wie ich hörte, gibt es auch vielfältige
Angebote für die Familie. Schön finde ich auch die Gemeindereisen. In
meinem bisherigen Tätigkeitsfeld habe ich auch schon Erfahrungen in der
Jugendarbeit sammeln können, die ich gerne hier mit einbringe.
Die „Leitlinien“, die auch in der Ausschreibung vorkamen, waren mir wichtig.
Herausgreifen möchte ich den Begriff Toleranz. Es gibt so viele Erfahrungen
im Glaubensleben des Einzelnen. Gott hat seine Geschichte mit jedem
Menschen. In unserer Gemeinde sollten wir füreinander aufgeschlossen sein.
Jedes Miterleben und Begleiten ist ja schon ein Abenteuer, an dem ich mich
gerne beteiligen möchte.
S.Sch: Und nun werden Sie also als weitere Station auf
September zu uns kommen.
Glaser: Ja, ich bin dankbar für alle Erfahrungen, die ich bei meinen
bisherigen Stationen machen konnte und die mich geprägt haben. Besonders
freue ich mich auf neue Erfahrungen, die ich hier in Eningen machen darf.
S.Sch:
Herr Glaser, von Herzen wünsche ich Ihnen Gottes Segen und Geleit; auch für
Ihre Familie alles Gute, Freude und Gelingen. Ich bedanke mich für das
Interview; es hat mir große Freude gemacht.
Sigrid Schanbacher
Bitte
vormerken:
Am Sonntag,
dem 8. September 2002, wird Pfr. Stephan Glaser von Dekan Dr. Jürgen Mohr
im Gottesdienst im Johanneshaus in sein Amt eingesetzt. Es ist der einzige
Gottesdienst, damit alle dabei sein können, und er beginnt um 10 Uhr.

Es wird renoviert
Die Kirche ist leer geräumt. Keine Bänke, kein Altar,
keine Kanzel, kein Kreuz. Ein merkwürdiger Anblick. Die Augen schauen umher
und nehmen die Veränderungen wahr. Der Raum ist auffallend groß und schön.
Vor dem inneren Auge entsteht langsam etwas Neues: Hier wird die neue
Heizung verlegt, dort werden die Wände gestrichen. Hier wird der Chorraum
verlängert, dort findet der Taufstein seinen Platz. Die Bänke werden
aufgearbeitet, die Lebendigkeit des Lärchenholzes fasziniert. Die Kanzel
wird schon in der Werkstatt hergestellt. Dort oben hängt der Rundleuchter.
Vor dem inneren Auge zeichnet sich ab, wo der Altar stehen wird, von wo der
Liturg die Gemeinde segnen wird, wo das Heilige Abendmahl gefeiert wird, wo
„das Wort vom Kreuz“ verkündigt wird. Wird aber die neue, gemeindenahe
Gestaltung des Raumes Funken überspringen lassen? Wird der Gottesdienstraum
so attraktiv, dass Eninger sich darin wohl fühlen? Die Bauarbeiten
jedenfalls gehen nach Plan. Architekt Alfred Hörz ist zufrieden. Herr Heim
und Herr Büttner vom Kirchengemeinderat sind jeden Tag auf der Baustelle,
„stets zu Diensten“. Viele schauen einfach mal vorbei – dazu laden wir Sie
auch ein.
Die ersten Vorbereitungen für die Wieder-Einweihung am
20. Oktober laufen.
Es soll ein schönes Gemeindefest werden, zur Ehre Gottes und zur Freude der
Menschen.
Die nächste Ausgabe des Gemeindebriefes soll eine kleine Festschrift werden.
Günther Kempka

Samstag, den 26. Oktober.
Frieder Christe spielt
mit seinen Freunden live. Der Kirchenchor und der Posaunenchor werden den
Abend umrahmen. Beginn voraussichtlich um 19 Uhr. Die CD kostet 12 Euro.
Sie ist auch hervorragend als Geschenk geeignet. Der Erlös ist für die
Kirchenrenovierung bestimmt.
Günther Kempka

Zwischen Himmel und Erde -Themen
der Theologie erleben und bedenken
Ein Theologiekurs für
interessierte und fragende Menschen
„Darüber wollte ich schon lange einmal unter
kompetenter Leitung mit Menschen reden, die von derselben Frage umgetrieben
sind“. Es sind wohl viele Menschen, die so denken. Es geht dabei um den
Wunsch, in grundlegenden existenziellen, religiösen, theologischen und
ethischen Fragen Klarheit zu gewinnen und zu einem eigenen Urteil zu kommen.
Die Landesstelle für Erwachsenenbildung in Baden und Württemberg hat
gesehen, dass hier ein echtes Bedürfnis vorliegt und mit einem
Mitarbeiterteam einen Kurs zu 18 grundlegenden Themen ausgearbeitet. Dieser
Kurs soll in diesem Herbst- und Winterhalbjahr in möglichst vielen
Kirchenbezirken unserer Landeskirche angeboten werden.
Durchgeführt wird der Kurs von Pfarrern, Theologen und Bildungsreferenten
des jeweiligen Kirchenbezirks. Für den Reutlinger Kirchenbezirk findet er
im Andreas-Gemeindehaus der Eninger Kirchengemeinde statt. Der Kurs ist
kein Theologiestudium im Kleinen. Er will vielmehr eine Einführung in
grundlegende Glaubensinhalte mit der konkreten Lebenssituation des heutigen
Menschen verbinden. Deshalb setzt er auch beim Bezug zur heutigen
Lebenswirklichkeit ein. Auch dem Gedankenaustausch unter den Teilnehmern
ist wichtig wird eine große Bedeutung
zukommen.
Ziel des Kurses ist die persönliche theologische
Vergewisserung, so dass die Teilnehmer zu eigenständiger theologischer
Reflexion in der Lage sind, im Sinne des reformatorischen Grundgedankens des
Priestertums aller Gläubigen. Der Kurs stellt einen verbindlichen
Bildungsgang dar, da der Gruppenprozess für einen erfolgreichen Verlauf
wesentlich ist. Der Kostenbeitrag für den gesamten Kurs beträgt 100 Euro.
Die Termine und die Themen im Einzelnen entnehmen Sie bitte dem Prospekt ,
der in den beiden Eninger Kirchen ausliegt. Außerdem werden sie im Eninger
Heimatboten und in den Eninger Nachrichten veröffentlicht. Anmeldungen
werden erbeten bis spätestens 13. September. Beginn ist am 20. September.
Pfr. Helmut Elsäßer

Gottesdienst für minis
Ein Jahr gibt es sie schon, die
Gottesdienste für minis. Sie haben sich gut eingeführt. Sie beginnen im
ganz normalen Gottesdienst. Nach dem Psalmgebet geht man raus in den
Mutter–Kind–Raum. Dort erzählt Frau Gann kindgemäß eine biblische
Geschichte. Lied und Gebet gehören dazu. Die Gottesdienste für minis
sprechen Eltern mit Kindern von 2 bis 4 Jahren an. Sie finden monatlich
statt.
Die nächsten Termine sind am 21. Juli, 18. August, 15. September, 13.
Oktober, 10. November und 15. Dezember. Neue Eltern und Kinder sind
herzlich willkommen.

Nach Rom führen bekanntlich viele Wege.
Aber nicht immer, wie die Gruppe erfahren musste, die sich auf Gemeindereise
dorthin begeben wollte: schon in Ulm mussten wir wieder umkehren, weil
Italiens Eisenbahner streikten. Der unermüdlichen Hartnäckigkeit von Pfr.
Kempka verdanken wir, dass ein kurzfristig organisierter Bus uns doch noch
ans Ziel brachte. Montag Abend, statt Sonntag früh, aber die
Anpassungsfähigkeit der örtlichen Führerinnen bewirkte, dass das geplante
Programm mit wenig Kürzungen durchgeführt werden konnte.
Zunächst erschien uns die Stadt verwirrend unübersichtlich. Nach dem ersten
kurzen Fußmarsch und der Besichtigung der großartigen Zentralkirche Santa
Maria Maggiore schlug sie uns in ihren Bann.
Ein Vormittag gehörte
dem Vatikan mit seinen unermesslichen Kunstschätzen und der sixtinischen
Kapelle, dem Petersdom und –Platz.
Zweimal stiegen wir in die Unterwelt: In eine der größten Katakomben und in
Vorgängerbauten der Clemenskirche. In frühchristlichen Großkirchen
beeindruckten uns die antiken Bildmosaiken in Wänden und Gewölben, die
Harmonie des Raumes und die Vielfalt der farbigen Fußbodenmosaiken, in
denen Marmortrümmer antiker Ruinen verwendet wurden.
Einen Tag benötigten wir für die wichtigsten Reste des antiken Rom:
Colosseum, Forum Romanum und Kapitol. Erholsam war ein Spaziergang in der
schattigen Ruinenstadt Ostia und an der Küste. Und alle Zeit, die sich noch
erübrigen ließ, verging mit Bummeln zwischen Gassen und Plätzen, Treppen und
Brunnen der Innenstadt, deren Namen zum Teil längst vertraut sind, die aber
auch ganz überraschend sein können.
Für eine ausführliche Reisebeschreibung ist hier nicht der Platz. Wen sie
interessieren würde, der wende sich nach den Sommerferien an einen der
Teilnehmer/innen, der/die dann wahrscheinlich das endgültige Reisetagebuch
in Händen hat.
Der letzte Tag galt einem Abstecher nach Assisi und Perugia. Die Rückreise
ging fast ganz planmäßig mit dem Liegewagen im Nachtzug vor sich.
Waldburg
Grützmacher