Gemeindebr. Dez. 2001

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                                                               Dezember 2001

Advent - event
Schon sprachlich besteht Verwechslungsgefahr. Natürlich „geht" beides: Advent und event. Aber wie jede und jeder, der schon mal mit seinem Latein am Anfang war, wohl weiß: auf die Vorsilbe kommt es an. Und zwischen „ad" und „ex" besteht ein himmelweiter Unterschied.
Kurz: „adventus" heißt Ankunft, Herannahen; „eventus" hingegen: Ausgang, Begebenheit. Und letzterem verdankt das Neu-Deutsche seine heiß geliebten „events" (und das Alt-Deutsche Wörtchen „eventuell").
Und obwohl nichts unversucht gelassen wird, aus jedem Advent einen event zu machen, Christen können in unhektischer Gelassenheit beim Advent bleiben – zum Beispiel durch „Stille im Advent" – siehe innen.
Worum es geht? Um uralte, wertvolle Verheißungen wie beispielsweise den zweieinhalb Jahrtausende alten Worten des Propheten Sacharja:
„Du Tochter Zion, freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde."

Eine gesegnete Adventszeit, Ihr Jörg Rapp

Eine halbe Pfarrstelle im Pfarramt II: Es geht weiter!
Pessimismus und Depression sind wirklich fehl am Platz.
Z.B.: Der Jugendausschuss organisiert die Arbeit mit Unterstützung aus Reutlingen vorerst selbstständig.
Für die Stille im Advent wurde ein neues Team gefunden.
Das Literaturcafé im Johanneshaus läuft weiter.
Unsere pensionierten Pfarrer lassen sich weiterhin ansprechen. Wunderbar!
Dass der Neuanfang große Chancen in sich birgt, zeigt die katholische Kirchengemeinde. Die Übernahme von Verantwortung durch die Gemeindeglieder ist hier schon längst tief ausgeprägt.

Warum muss auch der Pfarrer alles mitbestimmen (wollen) und überall sein (müssen)?
Die alten Bilder in unseren Köpfen müssen weiter entwickelt werden in Richtung „mündige Gemeinde". Jetzt ist die Zeit, dass auch in Eningen akzeptiert wird, dass Gemeindearbeit nicht einfach am Pfarrer hängt, sondern dass Mitverantwortung praktiziert wird. (siehe Bild auf Seite 8 und 9).
Ein Leitsatz in der Ordnung unserer Landeskirche lautet:
„Pfarrer und Kirchengemeinderäte leiten gemeinsam die Gemeinde."
Praktisch funktioniert schon vieles, ohne dass ein Pfarrer dabei ist, angefangen von den einzelnen Kreisen bis hin zum Besuchsdienst.
Nur so können wir in Zukunft den Rücken für die spezifischen Aufgaben des Pfarrers frei bekommen: Die Verkündigung in vielfältigen Formen, die Seelsorge, den Unterricht, die Begleitung der MitarbeiterInnen.
Zum Glück haben wir in Eningen viele MitarbeiterInnen und Gemeindeglieder, die schon so denken und handeln.
Das Motto heißt: Konzentration – Delegation – größere Mitverantwortung der „Laien".
Günther Kempka

Innenrenovierung der Andreaskirche
Große Ereignisse werfen ihre Schatten schon voraus: Wir haben den Einweihungstermin für die renovierte Andreaskirche auf den Kirchweihtag der Andreaskirche gelegt: 20. Oktober 2002
Begonnen wird mit der Renovierung nach den Konfirmationen, also in der 2. Maiwoche.
Von Mai bis Oktober 2002 ist also die Andreaskirche geschlossen. Gottesdienste halten wir in dieser Zeit notgedrungen im Andreas-Gemeindehaus.
Im Januar und Februar muss sich der neue Kirchengemeinderat mit den Ausschreibungen befassen: Welche Firma wird für welche Arbeit beauftragt? Es sind noch viele Einzelentscheidungen notwendig.
Der bisherige Kirchengemeinderat musste die Grobplanung vorgeben, damit die Planungen weitergehen können. Es wurde z.B. entschieden, dass die Kanzel nach unten verlegt wird und eine „leichtrunde Form" haben wird. Der Fußboden soll ein durchgehender, warm gefärbter Steinboden sein, ohne den bisherigen Holzabsatz. Möglich ist diese Gestaltung dadurch, dass ja von den unteren Räumen her immer eine Grundwärme vorhanden ist.
Entschieden wurde auch die Heizungsart. Die bisherige Bankheizung war zwar effektiv. Aber ungezählte Leute klagten über Venenbeschwerden.
Aus ökologischen Gründen (!) schlug der Beauftragte der Landeskirche vor, die Kirchenheizung an die bestehende Gasheizung zu hängen. Das ist für den Sonntagmorgen möglich und kann elektronisch gesteuert werden. So bekommt die Kirche an den Längsseiten eine durchgehende Warmwasserheizung!
Am auffälligsten freilich ist das Experiment mit dem Umhängen des Kreuzes.
Folgende Überlegungen führten uns dazu: Der kleine Chorraum ist mit den Engeln, dem riesigen Glasfenster und dem Kreuz recht überladen.
Wenn man das Kreuz auf die Kanzelseite bzw. über die Kanzel hängen würde, dann würde der Chorraum „leichter" und das Kreuz bekäme einen neuen Stellenwert. Das Kreuz würden nicht einfach im Glasfenster „verschwinden". Gesagt, probiert.
Das umgehängte Kreuz wird sehr zwiespältig erlebt. Wenn man das erste Mal wieder in die Kirche kommt, ist man anfangs schockiert: Der Kelch im Glasfenster hängt oben so alleine, ohne Funktion. Das zeigt, dass das Glasfenster zusammen mit dem Kreuz geplant wurde!

Ein schnelle Umfrage durch die Konfirmanden erbrachte aber Überraschendes:
Etwa ein Drittel lehnt die Änderung ab, ein Drittel findet die Änderung gut. Ein Drittel will noch warten und kann sich nicht entscheiden. Freilich muss man auch dazu sagen: Mitdiskutieren sollte nur der, der öfter in die Kirche geht und das Bild des Gekreuzigten vor Augen hat.
Letztendlich wird der neue Kirchengemeinderat entscheiden müssen, wo das Kreuz hingehängt wird.
Ganz offen ist noch die Beleuchtungsfrage. Wir werden in den nächsten Wochen zwei verschiedenartige Wandleuchten anbringen um zu erkunden, wie die Beleuchtung an den Wänden wirkt.
Günther Kempka

Andreaskirche geschlossen
Wegen der Renovierung ist die Andreaskirche vom 6. Mai bis 20. Oktober geschlossen. Trauungen z.B. können dann im Johanneshaus oder im Andreas-Gemeindehaus gefeiert werden.
Für die, die unbedingt in einem Kirchengebäude feiern möchten: Die katholische Kirchengemeinde hat uns dankenswerterweise zugesagt, dass wir in dieser Zeit auch die Liebfrauenkirche nutzen können.
In dieser Zeit kann auch das Andreas-Gemeindehaus nicht vermietet werden. Der große Saal wird ja sonntags regelmäßig gebraucht.

Goldene und Diamantene Hochzeiten
Erfreulich, wenn Ehepartner auf Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte zurückblicken können. Deshalb wird daraus zu Recht oft ein Fest gemacht. Man kann es privat feiern. Man kann es öffentlich feiern – entweder in der Kirche oder zuhause.
Dass im Falle einer kirchlichen Feier Kontakt mit dem jeweiligen Pfarramt aufgenommen werden muss, ist allgemein bekannt. Es könnte aber auch sein, dass auch in anderen Fällen, manchmal ein Besuch des Pfarrers unerwünscht ist (manchmal meldet sich auch jemand ab, weil er/sie an dem Datum nicht zuhause ist).
Deshalb bekommen jetzt die Eheleute kurz vor dem Termin ihres Jubiläums zusammen mit dem Glückwunschschreiben des Bischofs ein Schreiben der Kirchengemeinde.
Darin steht zu lesen: „Wenn Sie sich über einen Besuch freuen würden, dann lassen Sie es uns wissen.
Wir hoffen, damit eine praktikable Lösung gefunden zu haben, die dem jeweiligen Charakter des Festtages und unseren Möglichkeiten entspricht.
Jörg Rapp

Ein Schuldekan, was ist das eigentlich?
Seit August 2001 lebt die Familie Ruck mit vier Kindern in Eningen in der Weinbergstraße. Das sind also sechs neue Glieder der evangelischen Kirchengemeinde und als solche wohl der Einen oder dem Anderen schon aufgefallen. Ulrich Ruck ist seit März Schuldekan im Kirchenbezirk Reutlingen.
Da diese Position sicher nicht vielen Gemeindegliedern aus eigener Anschauung vertraut ist, wollen wir sie hier einmal etwas näher vorstellen, und ich habe deshalb ein Gespräch mit Herrn Ruck geführt.
Der Schuldekan ist zuständig für das Angebot und die Durchführung des evangelischen Religionsunterrichts in allen 180 Schulen des Bezirks. Das heißt, er hat die Dienstaufsicht für die von der Kirche angestellten Lehrer und die Fachaufsicht für die staatlich angestellten, soweit sie Religionsunterricht geben. Das heißt zunächst einmal, es müssen überhaupt ausreichend Religionslehrer vorhanden sein. Ein Kapitel, das angesichts schwacher Studienjahrgänge zunehmend Sorge bereitet.

Die Schulen müssen besucht und der Kontakt mit den Lehrern gepflegt werden – nach Möglichkeit über die übliche jährliche „Visitation" hinaus. Da der Bezirk Reutlingen ziemlich verzipfelt ist – er reicht in die Landkreise Balingen und Sigmaringen hinein – ist das mit viel Fahrerei verbunden, viel Zeit bleibt auf der Strecke.
Dann sind Beurteilungen zu fertigen und Lehrerfortbildungen zu organisieren und durchzuführen. Zu diesen Aufgaben in den Schulen kommen sinngemäß die entsprechenden in den kirchlichen Kindergärten. Und dann ist da noch die Erwachsenenbildung mit ihren vielfältigen Angeboten. Zwar wird sie von verschiedenen anderen Stellen und Personen (häufig ehrenamtlich arbeitenden) durchgeführt, aber ihre Verzahnung gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Schuldekans.
Ulrich Ruck konnte bisher als Gemeindepfarrer seelsorgerisch und verwaltungstechnisch Erfahrungen sammeln und bei vielem Unterricht den Umgang mit Lehrern und Schülern üben. Wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe Gottes Segen und gutes Gelingen und der ganzen Familie, dass Eningen ihr ein gutes Zuhause werde. Waldburg Grützmacher

Studienreise nach Rumänien
Das Gustav-Adolf-Werk Württemberg plant für die Zeit vom 22.8. bis 4.9.2002 eine Flug-Bus-Reise nach Rumänien. Da ich immer wieder darauf angesprochen werde, für Eningen eine Reise nach Rumänien anzubieten, mache ich dieses Angebot. In der vorläufigen Planung ist folgendes Programm vorgesehen: Bukarest, Constanca (Schwarzes Meer), Moldauklöster, Satmarer Land und Baia Mare, Siebenbürgen mit den Kirchenburgen, Cluj (Klausenburg), und manches am Wege. Begegnungen mit Siebenbürger sächsischen und ungarischen Gemeinden und ihren ganz besonderen sozial-diakonischen Einrichtungen sind ebenso Bestandteil des Programms wie Stationen, die das wunderschöne Land und seine bewegte Geschichte lebendig machen.
Ein Vorbereitungstreffen mit Informationen für die Teilnehmer wird angeboten. Vorläufiger Preis: ca. 1025 Euro (DM 2000). Frau Doris Söhner wird die Reise leiten; sie ist eine von vielen Rumänien-Reisen erfahrene Kennerin des Landes.
Weitere Auskünfte und Anmeldungen bei Frau Ute Leube, 72800 Eningen, Tommentalstraße 53/73; Telefon und Fax 071 21 /8 33 17.

Dankbar für Erbschaft
Im März d.J. verstarb Frau Klara Reinhardt, eine ehemalige Mitarbeiterin der evangelischen Kirchengemeinde. In den 90er-Jahren half die allein stehende Frau vor allem bei der Herstellung des Gemeindebriefes. Frau Reinhardt vererbte der evangelischen Kirchengemeinde Haus und Vermögen - mit der Bedingung, dass diese die Grabpflege übernimmt. Der Oberkirchenrat hat nun genehmigt, dass wir das Erbe antreten. Die Kirchengemeinde wird das alte Haus in der Eitlinger Straße an die bürgerliche Gemeinde verkaufen. Allerdings ist das Geld für die Kirchengemeinde nicht frei verfügbar. 10.000 DM werden wir für die Ausgestaltung des Aussegnungsraumes im Altenheim St. Elisabeth/ Hospiz weitergeben. Der „Rest" fließt in den so genannten Vermögenshaushalt der Kirchengemeinde und darf nur für „Wert steigernde Maßnahmen" verwendet werden, also nicht für eine normale Renovierung. Die Kirchengemeinde freut sich über dieses Erbe, weil dadurch zum Ausdruck kommt, dass sich jemand in der Kirche zuhause gefühlt hat. 

50 Jahre im Kirchenchor
Otto Astfalk kann in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiern. Vor 50 Jahren – im Alter von 16 Jahren – trat er dem evangelischen Kirchenchor bei. Zunächst sang er im Tenor und später im Bass mit.
In einer Würdigung betonte Harald Fügen, dass er „eine besondere Stütze des Chores und zugleich – was Unterstützung, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit anbelangt – ein Vorbild für alle Chormitglieder“ sei.
Die Kirchengemeinde gratuliert herzlich zu diesem Jubiläum und dankt dem Jubilar für den nimmer müden Einsatz.

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Stand 22.07.2005

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